Stories Session 2009

Stunksitzung schreibt Geschichte

„Die Welt haben sie nicht aus den Angeln gehoben, die Stunker, dafür aber wenigstens den Karneval“, so beendet Thomas Pfaff seinen Report zum Stichtag 23. Februar 2009 auf WDR 2. Und damit hat die Stunksitzung nicht nur nach Meinung Pfaffs offensichtlich auch Geschichte geschrieben. Die Ehrungen und Verbeugungen vor den Stunkern im Jubiläumsjahr nahmen ja kaum ein Ende. So gab es u.a. ein ganzseitiges Interview im Kölner Stadtanzeiger mit allen drei Präsidenten resp. zwei plus einer Präsidentin, im Fernsehen ein rund 4stündiges XXL-Special „25 Jahre Stunksitzung“, und zu guter Letzt wurden die Stunker auch noch eigens in den WDR-Reihen „Stichtag“ und „ZeitZeichen“ gewürdigt. (Aufzeichnung auf wdr.de)
So gibt es denn auch immer wieder Befürchtungen, all das könne den Stunkern schon bald zu Kopf steigen, doch bisher sind alle auf dem Teppich geblieben. Gelegentliches frisches Blut auf der Bühne, immer mal wieder neue Autoren und Regisseure, aber dennoch eine stringente Kontinuität, das sind die Grundlagen des Erfolges.
Jeder weiß, die heutige Stunksitzung ist nicht mehr so wie die vor 25 Jahren, und die in wiederum 25 Jahren wird nicht so sein wie die heutige. Aber beibehalten haben die Stunker den rasanten Mix aus Kabarett, Comedy, Rockmusik, Karnevalsparodie und Feiern im Saal – und das sollte auch 2034 noch so sein.

Stunker auf PHOENIX

Der Ereignis- und Dokumentationskanal PHOENIX dient der politischen Meinungs- und Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger, es sollen Hintergründe erhellt und Zusammenhänge dargestellt werden. So steht es in den Programmgrundsätzen des in Bonn beheimateten TV-Senders. Um dieses Ziel zu erreichen, werden vornehmlich in aller Ausführlichkeit stundenlange Bundestagsdebatten übertragen, oft hitzige Diskussionen geführt und interessante Dokumentationen gesendet. Doch nun geht PHOENIX bei der politischen Meinungs- und Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger neue Wege – mit der Stunksitzung. Das hätten sich die Stunker vor 25 Jahren wohl kaum träumen lassen. Letztendlich war das ja auch gar nicht möglich, denn der Fernsehsender PHOENIX war damals nicht einmal geplant. Erst seit dem 7.April 1997 ist das Gemeinschaftsprogramm von ARD und ZDF auf Sendung.
Wer nun beim WDR-Fernsehen die „Stunksitzung 2009“ und das Jubiläumsspecial „Stunksitzung XXL – Das Berste aus 25 Jahren“ verpassen sollte, hat jetzt jeweils einen Tag später eine zweite Chance auf PHOENIX.

Freitag, 20. Februar 2009, 14.45 Uhr
Stunksitzung 2009

Sonntag, 22. Februar 2009, 22.30 Uhr
Stunksitzung XXL – Das Beste aus 25 Jahren

Willi - Yes he can

Anfangs mögen sie ja noch süffisant gelächelt haben, mittlerweile aber läuft es den Kandidaten der beiden großen Parteien zur Kölner OB-Wahl 2009, Fritz Schramma und Jürgen Roters, nur noch heiß und kalt den Rücken runter, wenn sie den Namen ihres schärfsten Konkurrent hören: Willi von den Poller Nejerköpp. Denn sie haben erkannt, der kölsche Barak Obama - yes he can.
So wird denn auch seine Anhängerschar von Tag zu Tag größer. Eine Abordnung präsentierte sich letztens in den Vereins- und Parteifarben bei der „Wahlkampfveranstaltung“ im E-Werk. Diese 14 sind Willi-Fans der ersten Stunde und haben sich bereits nach Willis erstem öffentlichem Auftritt in der Stunksitzung 1992 zusammengefunden. Damals unternahm Willi mit dem seinerzeitigen Präsidenten Irokesen-Heinz Jürgen Becker die legendäre „Reise nach Bergheim“. Zwischenzeitlich sind Willi und die Poller Nejerköpp fester Bestandteil der Stunksitzung und hatten zuletzt einen großen Auftritt im Film „Die weiße Massai“.
Auch wenn Willi wie sein großes amerikanisches Vorbild die Wahl gewinnen sollte, wird er sich immer wieder die Zeit nehmen, bei der Stunksitzung vorbeizuschauen. Schließlich ist der aktuelle Amtsträger ja auch bei jeder Prunksitzung dabei.

Stunksitzung im Voting

Mit einem Voting - auf gut deutsch: Abstimmung - lässt der WDR auf der hauseigene Website (http://www.wdr.de/tv/dasbewegtnrw/sendungsbeitraege/2009/0211/index.jsp) zurzeit eine Hitparade über die zehn „jecksten Karnevalssitzungen in NRW“ erstellen. Die „Große Kölner Prunksitzung“ liegt momentan in Führung, gefolgt von der „Puppensitzung Hänneschen“ und der „Stunksitzung“.
Vor sieben Jahren hatte schon einmal der „Kölner Stadt-Anzeiger“ seine Leser durch das Frankfurter Media-Markt-Analyse Institut über die Popularität von Karnevalssendungen im Fernsehen befragen lassen. Auch damals lag die „Große Kölner Prunksitzung“ klar an der Spitze, knapp gefolgt von der Übertragung des Rosenmontagszugs. Und auch seinerzeit lagen die Stunker schon vor diversen Veranstaltungen des traditionellen Karnevals auf dem dritten Rang der Beliebtheitsskala.
Am Mittwoch, 11. Februar 2009, 21.00 - 21.45, wird Thomas Bug in seiner Sendung „Das bewegt NRW“ das Ergebnis verkünden. Also noch ausreichend Zeit für den echten Stunk-Fan, der eigenen Lieblingssendung seine Stimme zu geben

Stunk im Radio und TV

Für all die, die die Jubiläumssitzung nicht live im E-Werk miterleben können, und natürlich auch für die, die dabei waren oder noch sein werden und sich all das noch einmal zu Gemüte führen wollen, gibt es wieder diverse Möglichkeiten im WDR - ergänzt durch Stunkklassiker und ein ganz besonderes Bonbon.
Auf Weiberfastnacht, 19. Februar, kann man die aktuelle 2009er Sitzung zunächst akustisch auf WDR 5 (20:05 Uhr) verfolgen, bevor es nahtlos um 22:00 Uhr im WDR-Fernsehen mit der TV-Aufzeichnung weitergeht.
Die Klassiker gibt es dann am Rosenmontag, 23.Februar, mit dem „Classics Underground“-Konzert auf WDR 5 (20:05 Uhr) und in der Nacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch, 24. Februar, im WDR-Fernsehen (0:15 Uhr) mit der Stunkeradaption von Freddie Frintons Dinner for one, „Aschermittwoch for one“.
Das Bonbon, eine knapp vierstündige Stunknacht, startet am Samstag, 21. Februar um Mitternacht im WDR-Fernsehen. Unter „Stunksitzung XXL“ wird das „Beste aus 25 Jahren“ präsentiert.
Und dass die Stunker zwischenzeitlich schon Geschichte geschrieben haben, würdigt der WDR am 23.Februar mit einer Sendung zum „Stichtag“ auf WDR 2 (9:40 und 17:40 Uhr) sowie einem „ZeitZeichen“ auf WDR 5 (9:05 Uhr) und WDR 3 (17:45 Uhr).

Donnerstag, 19. 02. 2009
Stunksitzung 2009
wdr 5, 20.05 bis 22.00 Uhr

Stunksitzung 2009
wdr Fernsehen, 22.00 bis 23.30 Uhr

Samstag, 21. 02. 2009
Stunksitzung XXL –Das Beste aus 25 Jahren
wdr Fernsehen, 00.00 bis 03.45 Uhr

Montag, 23. 02. 2009
Classics Underground
wdr 5, 20.05 bis 22.00 Uhr

25 Jahre Stunksitzung
wdr 2, Stichtag, 9.40 und 17.40 Uhr
wdr 5, ZeitZeichen, 9.05 Uhr
wdr 3, ZeitZeichen, 17.45 Uhr

Dienstag, 24. 02. 2009
Aschermittwoch for one
wdr Fernsehen, 00.15 bis 00.30 Uhr

Der Mai ist Köbes-Zeit

Schon traditionell ist ja der Köbes-Auftritt in der Kantine, Köln-Longerich, beim „Tanz in den Mai“. Und nach zwei weiteren Konzerten in Langenfeld (8.Mai) und Emmerich (9 .Mai) wird es dann wieder klassisch. Unter dem Motto „Classics goes Underground“ hatte es ja schon erfolgreiche Auftritte von Köbes Underground mit dem WDR-Rundfunkorchester in der Kölner Philharmonie und im WDR-Fernsehen gegeben.
Diesmal gibt es diesen Köbes-Ausflug in die Welt der Klassik gleich dreifach:

Donnerstag, 21.05.2009
20.00 Uhr, Bonner Oper

Samstag, 23.05.2009
20.00 Uhr, Kölner Philharmonie

Sonntag, 24.05.2009
20.00 Uhr, Viersen, Stadthalle

Neben dem WDR-Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Helmuth Froschauer sind natürlich auch wieder diverse Ensemblemitglieder der Stunksitzung dabei, moderiert wird das Ganze vom ersten Stunk-Präsidenten Jürgen Becker.
Und wer nicht live dabei sein kann, hat am Samstag, 30.05.2009, 20:05 Uhr, auf WDR 4 die Möglichkeit, sich das Konzert - zumindest akustisch - vor Ohren zu führen.

Generalprobe

Direkt nach Weihnachten wurde es ernst. Vor einigen hundert geladenen Gästen - vornehmlich aus dem Familien- und Freundeskreis - und Gewinnern einer Newsletteraktion stand am 27. die zweite Hauptprobe an und am 28. die Generalprobe. Und wer beides als Betrachter miterleben konnte, wollte am zweiten Tag kaum mehr seinen Augen und Ohren trauen. Über Nacht hatte es massive Änderungen sowohl an den Texten mancher Nummer als auch im Programmablauf gegeben. So bat Regisseur Hans Kieseier denn auch schon vorab um etwas Milde und Nachsicht, wenn noch nicht alles perfekt klappen und manche(r) Schauspieler(in) noch mit einem Spickzettel auf der Bühne agieren würde. Letztendlich lief aber beinahe alles wie am Schnürchen. Und erfahrene Stunksitzungsfans wissen, bis zur letzten Sitzung am Karnevalsdienstag kann sich noch so manches ändern.

Jubiläumssession

Man mag es kaum glauben, aber am Tag nach Aschermittwoch wird die Stunksitzung 25 Jahre alt. Ein Vierteljahrhundert Stunk, letztendlich eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. Damals hätte wohl kaum jemand dieser Mischung aus Kabarett und Sketchen, aus Comedy und Show, aus Satire und Spott - immer mit einem besonderen Bezug zu Köln und zum Karneval - solch eine lange Lebensdauer zugetraut. Schließlich war die Urmutter des Alternativen Karnevals sogar Vorbild für ähnliche Projekte überall in der Republik.
Gelegentlich wird den Stunkern vorgeworfen, man würde zwischenzeitlich die kölsche Mundart vernachlässigen. Tatsächlich war die Stunksitzung von Anfang an ein multikulturelles Sammelbecken. Selbst von den Urmitgliedern stammt nur der kleinere Teil aus Köln, der Rest hatte seine Wiege am Niederrhein, in Norddeutschland, in Ostwestfalen, im Schwabenländle, in Österreich...etc. Und einer der mittlerweile populärsten Stunker kommt schließlich aus der Türkei. Ebenso bunt geht es - abstammungs-mäßig – auch hinter der Bühne zu.
Die Stunksitzung ist also kein urkölsches Phänomen, die Frage ist nur, hätte sie auch außerhalb Kölns das werden können, was sie geworden ist.
Manche Kritiker werfen den Stunkern zwischenzeitlich ja auch mangelnde Bissigkeit vor, was man u.a. auch daran erkennen, dass die Strafanzeigen gegen die Stunksitzung weniger geworden seien.
Unabhängig davon, dass die Zahl solcherart Anzeigen kaum ein Kriterium für Klasse und Güte sein kann, hat sich ja vielleicht in den Kreisen, die solche Anzeigen initiiert haben, die Toleranzgrenze etwas verschoben. Zumindest wird man dort aber zu der Einsicht gelangt sein, dass solch ein Unterfangen nichts bringt. Denn keine der Anzeigen war von Erfolg gekrönt, ganz im Gegenteil. Mit jedem Versuch den Stunkern mit Hilfe der Justiz zu Leibe zu rücken und sie mundtot zu machen, gewann die Stunksitzung weiter an Popularität.

Und genauso wird es auch in den nächsten 25 Jahren sein.

Pause

Als die Stunksitzung begann, waren die meisten Stunker Anfang bis Mitte 20. Kaum einer hatte schon eine eigene Familie. Das änderte sich bald, und so legte immer mal wieder eine oder einer eine Babypause ein. Diese Zeiten sind für den Großteil der Stunker nun Vergangenheit, dennoch wird von einzelnen auch jetzt gelegentlich eine schöpferische Pause in Anspruch genommen. Manchmal braucht man auch nur wieder etwas mehr Zeit für die Familie. Denn Stunker zu sein, ist für viele zu einem Ganzjahresjob geworden - häufig noch neben einem ganz „normalen“ bürgerlichen Beruf.
Im Jubiläumsjahr macht Martina Klinke eine Bühnenpause, ebenso wie Georg Kunz bei Köbes Underground. Während die Schauspielergilde nun eben zu Zehnt auf der Bühne steht, wird anstelle von Georg in dieser Session wieder einmal Friso Lücht in die Tasten des Keyboards greifen. Ob seiner häufigen Einsätze gilt Friso eh schon als 11. Köbes.

Tickets

Schon im Oktober stand diesmal der Vorverkauf an. Das hatte für die vielen Wartenden natürlich den Vorteil, dass man nicht ganz so fror wie üblicherweise im November.
Mitglieder der Tuschfactory schauten sich das Treiben an den unterschiedlichsten VVK-Stellen an, und erlebten manch Überraschendes. So auch Gruppen junger Leute, die keinen Hehl daraus machten, dass sie hier im Auftrag anstanden. Ticketagenturen, deren Maxime es ist, für beinahe jedes Event noch kurzfristig Karten besorgen zu können, decken so einen Teil ihres Kontingents, das sie dann je nach Termin zum Doppelten oder gar Dreifachen des Originalpreises anbieten. Auch wenn sich anschließend enttäuschte Stunksitzungsfans, die bei ihren Wunschterminen nicht zum Zuge gekommen sind, reihenweise bei den Stunkern beschweren, das ist nun mal die Freie Marktwirtschaft.

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