Stories Session 2008

Ein Stinker bei den Stunkern

FlorianFlorian, Sohnemann von Köbes-Frontmann Ecki und seiner Frau Maja, erweitert die Nachwuchsriege der Stunker. Am 7.11.2007 (hätte er noch vier Tage gewartet, wäre sein Schicksal eh schon vorgezeichnet gewesen) in Nippes!!! geboren schnupperte er schon bei den Proben erste Stunkerluft, und nun hat er auch seine erste Sitzung erlebt. All der Rummel und das Spektakel machte dem zünftig als Kuh verkleideten Florian nichts aus, er lächelte fröhlich und höchst zufrieden in die Kamera. Als Musiker, Schauspieler und Autor zählt sein Vater zu den Grundfesten der Stunksitzung, da sind die Fußstapfen für den Nachwuchs besonders groß. Derzeit ist die Musik von Köbes Underground die beste Methode, den Kleinen in den Schlaf zu wiegen, und die Eltern rätseln noch, was das wohl bedeuten könnte.

 

Platzvergabe II

Sowohl in den Medien wurde die diesjährige Stunksitzung durchweg hoch gelobt als auch von den Besucher in ihren Einträgen im Gästebuch und in der Meckerbox. Aber - da ist ja auch noch das neue System der Sitzplatzvergabe, das die Fans immer wieder veranlasst, ihre PC-Tastatur mal zu streicheln, aber auch zu malträtieren. Im Gegensatz zu den Kommentaren im Vorfeld, als alle Welt das Ansinnen der Stunker, vor Sitzungsbeginn Platzkarten zu vergeben, in Bausch und Bogen verdammte, obwohl offensichtlich kaum jemand verstanden hatte, wie es funktionieren sollte, gibt es jetzt auch sehr viel zustimmende Resonanz. Es ist ja auch eine alte Weisheit, dass sich natürlich sehr viel eher Leute beschweren, die sich geärgert haben, als dass die, die zufrieden waren, sich lobend äußern. Jedem kann man es eigentlich nie recht machen, es fühlt sich immer jemand benachteiligt.

Höchst zufrieden sind größere Gruppen, von denen dann einer mit den Karten vorgeschickt wird, um vor allen Dingen zusammenhängende Plätze zu sichern. Zufrieden sind auch die, die das Ganze prinzipiell viel lockerer angehen, Hauptsache es gibt keinen Stress im Saal. Wenn man sich seine Platzkarten besorgt hat, macht man sich anschließend noch einen schönen Nachmittag und kommt ganz entspannt erst kurz vor Sitzungsbeginn wieder zum E-Werk. Klar im Vorteil sind natürlich vor allem die, die in Mülheim und Drumherum residieren.

Dann gibt es allerdings auch die, denen das System überhaupt nicht gefällt, und darunter sind gerade viele Stunkfans von auswärts. Sie meinen, sehr viel eher anreisen zu müssen und Zeit zu verlieren. Nur die Entwicklung in der Vergangenheit hat gezeigt, dass auch der „Anstehzeitpunkt“ ohne Platzvergabe sich immer weiter nach vorne verschoben hat. Und dann gab es nicht selten schon Stress in der Schlange und anschließend bei der „Erstürmung“ des Sitzungssaales Hektik, die auch schon mal in harten, verbalen Auseinandersetzungen mündete.

Niemand unter den Stunkern meint, dass dieses Vergabe-System der Weisheit letzter Schluss ist. Es ist aber in jedem Fall für alle Seiten angenehmer als das, was sich in den letzten Jahren an manchen Abenden so abspielte.

Vor-Generalprobe

Bekanntlich findet die Generalprobe der Stunksitzung schon immer unter großer Anteilnahme der Fans statt. Mittlerweile gibt es dafür ja auch schon Eintrittskarten. Doch die Stunker sind ja schon einige Zeit zuvor im E-Werk und proben teils dann auch schon in der Kulisse und in vollem Ornat. So sollten zur letzten Probe vor der eigentlichen Generalsprobe diesmal auch ganz treue Fans unter den Newsletter-Abonnenten eingeladen werden. Wenige Tage vorher wurde also ein Newsletter versandt mit dem Hinweis, dass für diese Vor-Generalprobe Tickets ausgelobt würden. Mittlerweile umfasst die Abonnentenschar aber schon einige Tausend, und so dauert der Versand dann natürlich auch etwas. Wenige Minuten nachdem der erste Newsletter ins Netz geschickt worden war, kam schon die erste Rückmeldung – aus Düsseldorf. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Kaum waren alle Newsletter raus, waren auch schon alle Tickets vergeben.

Platzvergabe

Eigentlich ist es ja schon fast traditionell, über die Plätze im E-Werk zu meckern. Zumindest füllt dieses Thema Jahr für Jahr die Meckerbox und auch das Gästebuch. Und die Stunker nehmen sich solche Kritik durchaus zu Herzen. Lange Zeit war man im E-Werk allerdings vornehmlich damit beschäftigt, den permanent verschärften Vorschriften des Kölner Ordnungsamtes nachzukommen, wodurch dann zum Leidwesen vieler Besucher auch die Freiheit verloren gegangen war, sich gelegentlich einfach mal irgendwo hinzustellen und die Sitzung stehend zu genießen – wenn das Gesäß und die Härte der Bänke keine Kompatibilität mehr aufwiesen.

Dann war aber auch immer wieder das da, worüber sich die Besucher wohl am meisten aufregten: oft über Tische und Bänke rücksichtslos ins E-Werk Stürmende, die gleich mehrere Tischreihen auf einmal mit Beschlag belegten. Die Stunker haben lange darüber gegrübelt, wie man denn eine Sitzplatzvergabe für die Stunksitzung organisieren könne. Vieles, wie man es von anderen Veranstaltungen her kennt, scheint für die Stunksitzung im E-Werk einfach nicht praktikabel. Für die neue Session wird es nun aber tatsächlich erstmals ein Sitzplatzvergabesystem geben. (Einzelheiten dazu hier auf der Website)

Dieses System wurde schon lange vor dem Vorverkauf der Presse vorgestellt – und es folgte ein Sturm der Entrüstung. Es schien auch niemand so richtig verstanden zu haben, auch die Presse nicht. Die Stunker sind nicht so vermessen zu glauben, dass es sich bei diesem System um der Weisheit letzten Schluss handelt. Es ist durchaus möglich, dass es bis Karnevalsdienstag noch die eine oder andere kleine Änderungen geben wird. Es ist aber ebenso gut möglich, dass die meisten Besucher sich nun sehr zufrieden zeigen werden, man sollte erst einmal ein paar „Test“-Tage abwarten.

Karnevalsorden für Didi Jünemann

Das hätte Alt-Stunker Didi Jünemann sich auch kaum träumen lassen, er als Alternativer mit einem Orden von traditionellen Karnevalisten. Doch seine jahrelange Arbeit zusammen mit Jürgen Becker im „Missionswerk Rheinischer Frohsinn“ trägt Früchte, gerade in der – aus Kölner Sicht – Karnevalsdiaspora Wesel. Obwohl so sehr Diaspora kann die Region am Niederrhein nun auch wieder nicht sein, denn dieser Orden, der Eselorden von Wesel, wird seit immerhin 1972 verliehen. Und Didi Jünemann wird sich als Ordensträger in eine illustre Schar sehr prominenter Vorgänger aus Politik, wie Rita Süßmuth, Klaus Töpfer, Wolfgang Clement und Franz-Josef Antwerpes, Showbusiness, wie Hans Rosenthal und Helga Feddersen, und auch Kabarett, wie Hans-Dieter Hüsch, Dieter Nuhr und Anka Zink, einreihen.

Die Ordensverleihung findet am Karnevalssonntag statt. Nach dem Helau-Brimborium in Wesel wird sich Didi kräftig spurten müssen, denn abends steht er schon wieder in der Stunksitzung auf der Bühne des Kölner E-Werks, wo ihm dann wieder das vertraute, kölsche Alaaf entgegen schallen wird.
Stunksitzung
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