Stories Session 2006

„Ratze und Meise“ – Verfahren eingestellt

Eigentlich war es nicht anders zu erwarten. Tausende haben sich den Mitschnitt als Live-Stream hier auf der Website angesehen, gerade eben auch solche Leute, die die Nummer bisher nur vom Hörensagen kannten. Und nahezu einhellig war auch der Kommentar. Viele haben sich gefragt, ob nicht vielleicht auch der Anzeigende aus dem Münsterland, den Sketch selbst zuvor gar nicht gesehen hat.
Laut der Kölner Staatanwaltschaft liegt kein strafrechtlich relevanter Verstoß gegen § 166 StGB „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“ vor, womit auch die Anzeige wegen „Verletzung von religiösen Gefühlen“ und Störung des religiösen Friedens" hinfällig wurde.
Die STUNKSITZUNG wertet das als wichtigen Erfolg für die Satire- und Kunstfreiheit und für das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Alles hat ein Ende - auch die Stunksitzung

Und dieses Ende kam – nicht ganz unerwartet – exakt in der Nacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch. Während im WDR-TV zum x-ten Male die Stunkerversion von „A Dinner for One“ lief, machte man sich im E-Werk und Drumherum zur Nubbelverbrennung bereit. Die Stunker waren geschafft, ob 48 ausverkaufter Vorstellung, und zugleich auch glücklich, war doch gerade die diesjährige Sitzung allseits ungewöhnlich hoch gelobt worden. Sicher gibt es da noch diese Anzeige wegen „Ratze und Meise“, doch dem weiteren Verlauf sehen die Stunker recht gelassen entgegen. In den ersten Tagen, seitdem ein Video dieser Nummer online ist, hatten sich schon tausende von der Harmlosigkeit dieses Sketches überzeugt.
Am letzten Abend dieser Session haben alle noch einmal alles gegeben und noch etwas mehr. Traditionell geschieht in der Sitzung am Veilchensdienstag immer wieder Unvorhergesehenes.
Da sitzen dann plötzlich die Requisiteure im Safe des Oppenheim-Esch-Fonds, ein „Fremder“ hampelt nordic walkend über die Bühne. Obwohl Ratze und Meise auf einmal zwei Bodygards haben, können selbst die nichts gegen zuvor nie da gewesene Massen kreischender Mädchen ausrichten. Security Martin protestiert mit einem Schild gegen Biggis Behauptung, das Saarland sei klein. Ein Köbes schleicht sich unter die Töchter Bergheims und die Stunkerkinder spielen natürlich wieder einmal eine besondere Rolle. Viel Erfahrung hat dabei ja schon Paris, der mittlerweile auch auf der Bühne der Kinderstunksitzung aktiv ist. An der Hand seines Vaters Christian mischt sich Paris unter die Gruppe der Kaiserfunken. Ein völlig neues Erlebnis ist es für Helena. Zusammen mit ihrem Vater Bruno spielt sie viel umjubelt den „Bratschenmann“, Billy Joels Piano Man.
Höhepunkt ist aber sicherlich die „Verleihung der Goldenen Schallplatte“ an die Töchter Bergheims. Mitautor und Produzent Purple Schulz lässt es sich nicht nehmen, in der Rolle eines Agenten der Musikbranche die Verleihung an die Stunkerdamen höchst persönlich vorzunehmen.
Nach dieser anstrengenden Session bleiben lange Erholungspausen kaum jemandem gegönnt.
Diejenigen, die in ihrem „anderen Leben“ einem so genannten normalen, gutbürgerlichem Beruf nachgehen, haben eine Menge aufzuarbeiten, und diejenigen, die sich zwischenzeitlich voll und ganz dem Showbiz verschrieben haben, setzen schon bald zu neuen Taten an.
So steht Günter schon am 17.März mit seinen „Weltnummern“ in Kaarst auf der Bühne. Biggi und Anne starten ihre „Solo für Zwei“-Tour sogar bereits eine Woche früher, am 10. März in Schwalmtal.
Und ein „Stunk unplugged“-Team präsentiert sich in der Zeit vom 25.März bis zum 1.April im Schnee, in Österreich, bevor es dann, wie im letzten Jahr, im Juni wieder in der Comedia in Köln losgeht.

Tickets in letzter Minute

Es gab in diesem Jahr viele Glückliche, die eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet hatten, noch ein Ticket für die Stunksitzung zu ergattern, doch die Last Minute Tickets machten es möglich. Natürlich darf man das nicht zu wörtlich nehmen, denn tatsächlich versucht Johannes nicht erst Minuten, sondern in der Regel wenige Tage vorher die Interessenten per Telefon zu erreichen. Erst dann ist abzusehen, wie viele Karten dieser Art für die einzelnen Abende noch zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um zurückgegebene Tickets, Rückläufer von auswärtigen VVKs - außerhalb des KölnTicket-Gebiets, sog. Ehrenkarten, von denen es für jeden Abend einige wenige gibt, beispielsweise auch für Staatsanwälte, die - dann sogar dienstlich - den einen oder anderen Sketch begutachten müssen etc.
Früher wurden diese Karten noch an der Abendkasse verkauft, oder Johannes wandte sich, seitdem es die Kartenbörse gab, auch schon mal an die dort Suchenden, die eine Telefonnummer hinterlassen hatten. Das war allerdings oft recht mühselig, und so kam man auf die Idee mit den Last Minute Tickets, eine Idee, die voll eingeschlagen hat.
Geht man nach den begeisterten Dankes-Emails, so muss Johannes eigentlich Abend für Abend in die strahlenden Augen dankbarer junger Damen blicken, denn es sind hauptsächlich Frauen, die sich im Nachhinein noch einmal herzlichst bedanken.

Ratze und Meise als Stream-Video

Bekanntlich hat der WDR angekündigt, die Nummer „Ratze und Meise“ bei der Übertragung der diesjährigen Stunksitzung am Abend des Karnevalssamstag nicht zu senden. Vielfach wird in diesem Zusammenhang von Zensur gesprochen.
Die meisten der massivsten Kritiker haben den Sketch selbst ja gar nicht gesehen. Fatal erinnert diese Situation sicherlich auch an den Karikaturenstreit, denn auch hier haben 99,99 Prozent derer, die gegen alles Dänische, gegen alles Skandinavische, gegen alles Europäische, gegen alles Westliche brachial zu Felde ziehen, die Karikaturen selbst nie zu Gesicht bekommen.
Um jedem die Gelegenheit zu geben, sich über „Ratze und Meise“ sein eigenes Urteil bilden zu können, ist der Sketch nun unzensiert als Stream-Video auf dieser Website zu sehen.
Es handelt sich hierbei nicht um das WDR-Material, sondern im Rahmen des Besuchs der Staatsanwaltschaft ist seitens der Stunker mit einer stationären Kamera, eine Aufzeichnung dieser Nummer gemacht worden. Sicherlich ist das nicht die gewohnte Fernsehqualität, doch ist das Video allemal ausreichend, um sich von der Harmlosigkeit des Sketches zu überzeugen.

Danke Sonia

Am Weiberfastnachtabend gab es bei der ARD in Monitor einen Report von Ralph Hötte und Georg Restle mit dem Titel: Religionskritik oder Gotteslästerung: Wo beginnt Zensur?
Schon in der Anmoderation sprach Sonia Mikich klare Worte.
„Was darf ich sagen und denken, worüber darf ich lachen und spotten?
Seit dem Karikaturenstreit ist nichts mehr klar, nur eins: Es gibt eine neue Angst. Die Angst, missverstanden zu werden. Die Angst, Gewalttaten zu provozieren.
Wie bitte? Angst? In der Satire? In der Kunst? In den Medien?
Wir hatten mal Narrenfreiheit, Meinungsfreiheit und keine Angst - das waren tolle Tage!“
Anlass zu dem Bericht war die ausufernde Diskussion um den diesjährigen Stunksitzungssketch „Ratze und Meise“ und die Anzeige wegen Störung des religiösen Friedens.
Es ging nicht allein um die Stunksitzung, eindeutig belegten die beiden Autoren, wie sehr Verantwortliche gerade im Karneval in diesem Jahr bei satirischer Kritik den Rückwärtsgang eingelegt haben.
„Selbstzensur, Angst vor Missverständnissen und die Schere im Kopf: Es hat schon tollere Tage gegeben im Karneval am Rhein“, so endete der Bericht.

Und Sonia Mikich setzte dem noch eins drauf: „Respektlosigkeit und Kritik - sie machen uns stark, Angst macht uns klein. Ich habe eine sehr klare Haltung zur Meinungsfreiheit. Sie darf Gemeinheiten, Geschmacklosigkeiten, sogar Tabubrüche einschließen, sonst ist sie nichts wert!“
Danke Sonia!

Damokles schlug zu

Schon seit der Premiere schwebte das bekannte Schwert über der Stunksitzung, nun hat es zugeschlagen. Eigentlich hieß es in den letzten Jahren ja eher, die Stunker hätten an Bissigkeit verloren, die Sitzung sei immer angepasster geworden. Offensichtlich gibt es aber einige Zeitgenossen, die das ganz anders sehen. Dass die Stunker in vielen Dingen nicht unbedingt mit den Ansichten der Katholischen Kirche übereinstimmen und mit dieser auch nicht gerade auf Du und Du stehen, ist hinlänglich bekannt und dokumentiert. Doch bei Ratze und Meise orakelte Anja Katzmarzik im Kölner Stadt-Anzeiger schon in der Premierenkritik „Wetten, das gibt Stunk!“ und Christof Ernst prophezeite am gleichen Tag im Express „...kann noch Ärger geben.“ Zwischenzeitlich war noch von einschlägiger Seite zum Boykott der Stunksitzung aufgerufen worden, und nun ist auch der Ärger da, die Stunker wurden wegen „Störung des religiösen Friedens“ angezeigt.
Ratze und Meise entstand aus der Meldung, dass der Papst bei seinem Aufenthalt in Köln in den Gemächern des Kardinals übernachten würde. Und da reiften in den Köpfen der Stunker die Phantasien, wie es dort wohl zugegangen sein mag. Unbestritten hat Kardinal Meisner insbesondere im Vergleich zum Image von Papst Benedikt XVI. das einer grauen Maus. Und wie es nun solch jemand, der möglicherweise ja auch ganz anders von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchte, anlegt, wenn nun ein in seinen Augen absoluter Popstar unter seinem Dach wohnt, davon auch profitieren zu können, das ist der Inhalt der Geschichte von Ratze und Meise.
Zu dem Image ihres obersten Repräsentanten als Popstar hat die Katholische Kirche doch schon im Vorfeld kräftig beigetragen. Und wenn man dann später wochenlang im Radio Werbejingles vernimmt, in denen euphorisierte Massen Jugendlicher im Stakkato-Rhythmus „BE-NE-DET-TO“ brüllen und kreischen und anschließend für den Kauf einer DVD mit den Höhepunkten des Weltjugendtags in Köln geworben wird, erkennt man keinen Unterschied mehr zur PR für andere Popstars.
Dass man das Wort Popstar übrigens auch mit zwei „p“ schreiben könnte, darauf hatte schon die Bild-Zeitung in ihrer Premierenkritik hingewiesen. Nur wer will sich anmaßen, zu unterscheiden, ob Meise nun ein oder zwei „p“ spricht.

Stunksitzung im Focus der Medien

Darauf hätte Winni Rau, Pressesprecher der Stunksitzung, sicher auch gerne verzichtet, sind doch die Vorkommnisse rund um die Mohamed-Karikaturen Anlass des aktuellen immensen Medieninteresses an der Stunksitzung. Zeitschriften, Presseagenturen, Radio- und Fernsehsender wollen Informationen über die Erfahrungen der Stunker zum Thema Karikieren oder – wie es auch hieß – Verunglimpfung religiöser Symbole und religiöser Würdenträger. Aber nicht nur das aktuelle Programm mit „Ratze und Meise“ ist dabei von Interesse, es wird auch sehr weit in die Vergangenheit geschaut bis zur Tünnes/Drevermann Nummer aus dem Jahre 93 und zu Jürgen Beckers berühmter Titulierung des Kölner Kardinals, die ja dann in der TV-Aufzeichnung durch einen Pieps ersetzt worden ist.

Ratze & Meise und der Esch-Fond

Während „Ratze & Meise“ die Gemüter ungemein erhitzte und nicht nur bitterböse Leserbriefe in der Kölner Presse und ebensolche Emails an die Stunker, sondern sogar den Aufruf einer Kölner Zeitung an alle Katholiken zum Boykott der Stunksitzung zur Folge hatte, ging eine zweite, ähnliche provokante Nummer der diesjährigen Session, der „Esch-Fond“, erstaunlicherweise in der örtlichen Presse nahezu unter. In der Kritik des Kölner Stadtanzeigers wurde dieser Sketch nur am Rande erwähnt, im Stunk-o-Meter des Express war es die schlechteste Nummer der Sitzung und die Kölnische Rundschau bezeichnete die wie einen Film um den Korruptionsskandal inszenierte Geschichte immerhin noch als bissig. Für die Bildzeitung hingegen war es ein Highlight der Sitzung. Lag es daran, dass ja auch die Herausgeber-Familie der ersten drei genannten Blätter im „Esch-Fond“ dazwischen genommen wurde?

Im Nachhinein vernahm man keinerlei weitere Reaktion mehr. Ganz im Gegenteil dazu scheint aber das Interesse von bestimmter Seite bei www.stunksitzung.de.
Bekanntlich sind die neuen Messehallen ein Immobilienprojekt der Oppenheim-Esch-Gruppe. In den ersten drei Wochen der Session gab es auf dieser Website hier rund 200.000 Seitenzugriffe von mehr als 18.000 verschiedenen Besuchern. Erwartungsgemäß kamen die meisten Aufrufe über die beiden größten Internet-Service-Provider T-Online und AOL.
Doch dann folgte überraschenderweise schon das Internetgateway von oppenheim.de.

Stunkerflohmarkt

Nun bereits zum 9. Mal gibt es am spielfreien Montag, 6.2. von 14 bis 19 Uhr den traditionellen Karnevals- und Kostümflohmarkt der Stunker im E-Werk.
Was einmal damit begann, dass man aus dem riesigen Fundus der Stunksitzung Kleidungsstücke und Accessoires, die nicht mehr gebraucht wurden, verkaufte, hat sich zwischenzeitlich zu einer echten Börse für Kostüme entwickelt. Privatleute und Profihändler bieten hier das an, was Ihr ja vielleicht schon immer gesucht habt. Mit Kaffee und Musik lässt es sich ausgesprochen gut stöbern. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro oder man gibt einfach ein Kostüm am Eingang ab.
Weitere Infos und Anmeldung für Verkäufer: Telefon 02221-2 85 09 00

Von der Realität eingeholt

Erneut finden sich die Stunker mit ihren Sketchen und Nummern sehr viel schneller in der Realität wieder als es ihnen manchmal auch lieb ist. 2003 inszenierten sie das famose „Köln unter Wasser“, kurze Zeit später stand tatsächlich in vielen Teilen der Stadt das Rheinhochwasser. Im letzten Jahr gab es mit „Dome after tomorrow“ eine Nummer, in der eine riesige Flutwelle auf die Stadt zurollte, die erst kurz vor der Grenze Kölns durch Karnevalsmusik zum Stehen gebracht werden konnte. Zur Premiere konnte niemand ahnen, dass 3 Wochen später die größte Flutkatastrophe, die die Erde je erlebt hatte, Realität werden würde.
Jetzt sind die Ungereimtheiten um die Finanzierung der neuen Kölner Messehallen im „Esch-Fond“ in der Art einer Mafia-Film-Persiflage ein Programmpunkt der Stunksitzung. Und schon scheint sich, die Geschichte offenbar tatsächlich zu einem echten Thriller auszuwachsen. War doch nicht nur Messechef Jochen Witt zwischenzeitlich stundenlang von der Kölner Staatsanwaltschaft verhört worden, nein auch diverse andere Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sollen demnächst reihenweise dort vernommen werden.

Stunk im WDR

Natürlich ist auch 2006 die Stunksitzung und manches Drumherum wieder im WDR-Fernsehen zu sehen und auf WDR 5 zu hören. Bereits am Freitag dem 13.Januar um 22:00 Uhr wird die Fangemeinde mit dem Film „Stunk vom Feinsten – Das Beste aus zwei Jahrzehnten“ eingestimmt (Wiederholung in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar um 2:30 Uhr).
Und am Karnevalssamstag um 21:45 Uhr gibt’s dann die Stunksitzung 2006 (Wiederholung in der Nacht von Rosenmontag auf Karnevalsdienstag exakt um Mitternacht).
Auch der Stunker-Kurzfilm vom „Cologne Werwolf“ ist in diesem Jahr wieder einmal zu sehen – in der Nacht von Karnevalssonntag auf Rosenmontag um 00:20 Uhr.
Schon traditionell bildet „Aschermittwoch For One“ – die Stunker-Adaption von „Dinner For One“ – den Abschluss der Karnevalsendungen im WDR-Fernsehen: Aschermittwochmorgen um 00:15 Uhr.
Programmiert schon jetzt einmal Eure Video- und DVD-Recorder, denn Jahr für Jahr kommen nämlich anschließend die Emails und die Gästebucheinträge all derer, die die Sendungen verpasst haben.
Aber auch im Radio auf WDR 5 wird wieder Stunk gemacht, auf Weiberfastnacht 2 Stunden lang ab 20:05 Uhr. Und auch den Ausflug der Stunksitzungs-Hauskapelle in die Klassik gibt es noch einmal zu hören, am Rosenmontag ebenfalls auf WDR 5 ab 20:05 Uhr „Classics Underground: Lieder aus der Stunksitzung mit Köbes Underground und dem WDR Rundfunksorchester“.
Und wem das dann so gut gefallen hat, dass er das auch einmal live und in Farbe erleben möchte, hat dazu am Samstag, dem 20.Mai um 20:00Uhr in der Kölner Philharmonie ausreichend Gelegenheit.

Wetten, das gibt Stunk?

So meinte der Kölner Stadt-Anzeiger zur Nummer „Ratze und Meise“. Und er sollte Recht behalten. Trotz der Proteste und Beschwerden aus Kirchenkreisen werden die Stunker aber bei dieser Nummer keine Änderungen vornehmen. Auch die Besucher der weiteren Sitzungen bekommen alles so zu sehen und zu hören, was es in der Premiere schon so viel Staub aufwirbelte.

Kranke Stunker

Die Session 2006 fängt ja gut an. Zur Generalprobe erschien Martina Klinke wie ein Häufchen Elend, es hatte sie schwer erwischt. Sohnemann Louis hatte sich zu Weihnachten eine böse Erkältung eingefangen und den Bazillus direkt an die Mama weitergereicht. Dennoch merkte man der Urstunkerin auf der Bühne ihr Handicap nicht an, wie von ihr gewohnt absolvierte sie alle ihre Rollen perfekt. Noch härter hatte es Regisseur Hans Kieseier erwischt. Er musste während der letzten Proben gar das Bett hüten. Die Mitregisseure Angelika Pohlert, Thomas Köller und Joschi Vogel vertraten Hans allerdings bestens.

Neue Bratsche für Bruno

Grundlage für eine Nummer in der neuen Stunksitzung sind die leidigen Witze über Bratschisten. Da Bruno Schmitz schon seit seiner Kindheit Geige spielt, war klar, dass er auch den Part des Bratschisten übernehmen würde. Doch mit einer Geige, die die Mehrzahl der Stunksitzungsbesucher sicherlich nicht von einer Bratsche würden unterscheiden können, wollten sich die Perfektionisten unter den Stunkern und auch Bruno nicht zufrieden geben. So schaffte er sich extra eine neue Bratsche an und begann sogleich, sich auf dem etwas größeren Instrument einzuüben.

Vorverkauf verursacht Zusammenbruch des Telefonnetzes

Wie alle Jahre wieder brach auch diesmal am ersten Samstag im November um Punkt neun der Ansturm der Stunk-Fans auf die Vorverkaufsstellen herein. Berits nach wenigen Minuten war der größte Teil der Karten vergriffen. Erstmals waren auch die Möglichkeiten bei KölnTicket per Telefon Karten zu kaufen im großen Umfang genutzt worden. Die eigentlich sehr leistungsfähige telefonzentrale brach völlig zusammen, es ging nichts mehr. Kurzfristig wurden dann zwei spezielle Telefonnummern nur für Kartenwünsche zur Stunksitzung eingerichtet, und so war das Telefonnetz wieder halbwegs funktionsfähig. Für die Sitzungen während der Weihnachtsferien gibt es denn auch noch ein Restkontingent an Karten, diese sind über KölnTicket-VVK-Stellen und per Telefon erhältlich.

Stunk Unplugged

Während schon die Vorbereitungen zur Session 2006 im vollen Gange waren, gab ein kleines Grüppchen aktiver und ehemaliger Stunker im Ostheimer Heinrich-Heine-Gymnasium eine letzte Vorstellung der diesjährigen „Stunk Unplugged“-Reihe. Alles dabei erinnert eher an einen Kammerspielabend. Kulissen werden auf das Notwendigste reduziert, ansonsten gibt man der Phantasie der Zuschauer freien Lauf. Statt des bombastischen Big-Band-Sounds von Köbes Underground sorgen Purple Schulz und Josef Piek für eine zurückhaltende musikalische Untermalung. Natürlich begeistern die beiden kölschen Musiker auch durch ihre Soloauftritte. Rainer Rübhausen moderiert zwischen den Einzelnummern, die bis in die achtziger zurückreichen. Es ist schon erstaunlich, wie aktuell manche Texte immer noch sind, und andere scheinen eh völlig zeitlos.

Stunksitzung
Stunksitzung
Stunksitzung
Stunksitzung
Stunksitzung