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Stories Session 2006„Ratze und Meise“ – Verfahren eingestelltEigentlich war es nicht anders zu erwarten. Tausende haben sich den Mitschnitt als Live-Stream hier auf der Website angesehen, gerade eben auch solche Leute, die die Nummer bisher nur vom Hörensagen kannten. Und nahezu einhellig war auch der Kommentar. Viele haben sich gefragt, ob nicht vielleicht auch der Anzeigende aus dem Münsterland, den Sketch selbst zuvor gar nicht gesehen hat. Alles hat ein Ende - auch die StunksitzungUnd dieses Ende kam – nicht ganz unerwartet – exakt in der Nacht von Karnevalsdienstag auf Aschermittwoch. Während im WDR-TV zum x-ten Male die Stunkerversion von „A Dinner for One“ lief, machte man sich im E-Werk und Drumherum zur Nubbelverbrennung bereit. Die Stunker waren geschafft, ob 48 ausverkaufter Vorstellung, und zugleich auch glücklich, war doch gerade die diesjährige Sitzung allseits ungewöhnlich hoch gelobt worden. Sicher gibt es da noch diese Anzeige wegen „Ratze und Meise“, doch dem weiteren Verlauf sehen die Stunker recht gelassen entgegen. In den ersten Tagen, seitdem ein Video dieser Nummer online ist, hatten sich schon tausende von der Harmlosigkeit dieses Sketches überzeugt. Tickets in letzter MinuteEs gab in diesem Jahr viele Glückliche, die eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet hatten, noch ein Ticket für die Stunksitzung zu ergattern, doch die Last Minute Tickets machten es möglich. Natürlich darf man das nicht zu wörtlich nehmen, denn tatsächlich versucht Johannes nicht erst Minuten, sondern in der Regel wenige Tage vorher die Interessenten per Telefon zu erreichen. Erst dann ist abzusehen, wie viele Karten dieser Art für die einzelnen Abende noch zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um zurückgegebene Tickets, Rückläufer von auswärtigen VVKs - außerhalb des KölnTicket-Gebiets, sog. Ehrenkarten, von denen es für jeden Abend einige wenige gibt, beispielsweise auch für Staatsanwälte, die - dann sogar dienstlich - den einen oder anderen Sketch begutachten müssen etc. Ratze und Meise als Stream-VideoBekanntlich hat der WDR angekündigt, die Nummer „Ratze und Meise“ bei der Übertragung der diesjährigen Stunksitzung am Abend des Karnevalssamstag nicht zu senden. Vielfach wird in diesem Zusammenhang von Zensur gesprochen. Danke SoniaAm Weiberfastnachtabend gab es bei der ARD in Monitor einen Report von Ralph Hötte und Georg Restle mit dem Titel: Religionskritik oder Gotteslästerung: Wo beginnt Zensur? Und Sonia Mikich setzte dem noch eins drauf: „Respektlosigkeit und Kritik - sie machen uns stark, Angst macht uns klein. Ich habe eine sehr klare Haltung zur Meinungsfreiheit. Sie darf Gemeinheiten, Geschmacklosigkeiten, sogar Tabubrüche einschließen, sonst ist sie nichts wert!“ Damokles schlug zuSchon seit der Premiere schwebte das bekannte Schwert über der Stunksitzung, nun hat es zugeschlagen. Eigentlich hieß es in den letzten Jahren ja eher, die Stunker hätten an Bissigkeit verloren, die Sitzung sei immer angepasster geworden. Offensichtlich gibt es aber einige Zeitgenossen, die das ganz anders sehen. Dass die Stunker in vielen Dingen nicht unbedingt mit den Ansichten der Katholischen Kirche übereinstimmen und mit dieser auch nicht gerade auf Du und Du stehen, ist hinlänglich bekannt und dokumentiert. Doch bei Ratze und Meise orakelte Anja Katzmarzik im Kölner Stadt-Anzeiger schon in der Premierenkritik „Wetten, das gibt Stunk!“ und Christof Ernst prophezeite am gleichen Tag im Express „...kann noch Ärger geben.“ Zwischenzeitlich war noch von einschlägiger Seite zum Boykott der Stunksitzung aufgerufen worden, und nun ist auch der Ärger da, die Stunker wurden wegen „Störung des religiösen Friedens“ angezeigt. Stunksitzung im Focus der MedienDarauf hätte Winni Rau, Pressesprecher der Stunksitzung, sicher auch gerne verzichtet, sind doch die Vorkommnisse rund um die Mohamed-Karikaturen Anlass des aktuellen immensen Medieninteresses an der Stunksitzung. Zeitschriften, Presseagenturen, Radio- und Fernsehsender wollen Informationen über die Erfahrungen der Stunker zum Thema Karikieren oder – wie es auch hieß – Verunglimpfung religiöser Symbole und religiöser Würdenträger. Aber nicht nur das aktuelle Programm mit „Ratze und Meise“ ist dabei von Interesse, es wird auch sehr weit in die Vergangenheit geschaut bis zur Tünnes/Drevermann Nummer aus dem Jahre 93 und zu Jürgen Beckers berühmter Titulierung des Kölner Kardinals, die ja dann in der TV-Aufzeichnung durch einen Pieps ersetzt worden ist. Ratze & Meise und der Esch-FondWährend „Ratze & Meise“ die Gemüter ungemein erhitzte und nicht nur bitterböse Leserbriefe in der Kölner Presse und ebensolche Emails an die Stunker, sondern sogar den Aufruf einer Kölner Zeitung an alle Katholiken zum Boykott der Stunksitzung zur Folge hatte, ging eine zweite, ähnliche provokante Nummer der diesjährigen Session, der „Esch-Fond“, erstaunlicherweise in der örtlichen Presse nahezu unter. In der Kritik des Kölner Stadtanzeigers wurde dieser Sketch nur am Rande erwähnt, im Stunk-o-Meter des Express war es die schlechteste Nummer der Sitzung und die Kölnische Rundschau bezeichnete die wie einen Film um den Korruptionsskandal inszenierte Geschichte immerhin noch als bissig. Für die Bildzeitung hingegen war es ein Highlight der Sitzung. Lag es daran, dass ja auch die Herausgeber-Familie der ersten drei genannten Blätter im „Esch-Fond“ dazwischen genommen wurde? Im Nachhinein vernahm man keinerlei weitere Reaktion mehr. Ganz im Gegenteil dazu scheint aber das Interesse von bestimmter Seite bei www.stunksitzung.de. StunkerflohmarktNun bereits zum 9. Mal gibt es am spielfreien Montag, 6.2. von 14 bis 19 Uhr den traditionellen Karnevals- und Kostümflohmarkt der Stunker im E-Werk. Von der Realität eingeholtErneut finden sich die Stunker mit ihren Sketchen und Nummern sehr viel schneller in der Realität wieder als es ihnen manchmal auch lieb ist. 2003 inszenierten sie das famose „Köln unter Wasser“, kurze Zeit später stand tatsächlich in vielen Teilen der Stadt das Rheinhochwasser. Im letzten Jahr gab es mit „Dome after tomorrow“ eine Nummer, in der eine riesige Flutwelle auf die Stadt zurollte, die erst kurz vor der Grenze Kölns durch Karnevalsmusik zum Stehen gebracht werden konnte. Zur Premiere konnte niemand ahnen, dass 3 Wochen später die größte Flutkatastrophe, die die Erde je erlebt hatte, Realität werden würde. Stunk im WDRNatürlich ist auch 2006 die Stunksitzung und manches Drumherum wieder im WDR-Fernsehen zu sehen und auf WDR 5 zu hören. Bereits am Freitag dem 13.Januar um 22:00 Uhr wird die Fangemeinde mit dem Film „Stunk vom Feinsten – Das Beste aus zwei Jahrzehnten“ eingestimmt (Wiederholung in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar um 2:30 Uhr). Wetten, das gibt Stunk?So meinte der Kölner Stadt-Anzeiger zur Nummer „Ratze und Meise“. Und er sollte Recht behalten. Trotz der Proteste und Beschwerden aus Kirchenkreisen werden die Stunker aber bei dieser Nummer keine Änderungen vornehmen. Auch die Besucher der weiteren Sitzungen bekommen alles so zu sehen und zu hören, was es in der Premiere schon so viel Staub aufwirbelte. Kranke StunkerDie Session 2006 fängt ja gut an. Zur Generalprobe erschien Martina Klinke wie ein Häufchen Elend, es hatte sie schwer erwischt. Sohnemann Louis hatte sich zu Weihnachten eine böse Erkältung eingefangen und den Bazillus direkt an die Mama weitergereicht. Dennoch merkte man der Urstunkerin auf der Bühne ihr Handicap nicht an, wie von ihr gewohnt absolvierte sie alle ihre Rollen perfekt. Noch härter hatte es Regisseur Hans Kieseier erwischt. Er musste während der letzten Proben gar das Bett hüten. Die Mitregisseure Angelika Pohlert, Thomas Köller und Joschi Vogel vertraten Hans allerdings bestens. Neue Bratsche für BrunoGrundlage für eine Nummer in der neuen Stunksitzung sind die leidigen Witze über Bratschisten. Da Bruno Schmitz schon seit seiner Kindheit Geige spielt, war klar, dass er auch den Part des Bratschisten übernehmen würde. Doch mit einer Geige, die die Mehrzahl der Stunksitzungsbesucher sicherlich nicht von einer Bratsche würden unterscheiden können, wollten sich die Perfektionisten unter den Stunkern und auch Bruno nicht zufrieden geben. So schaffte er sich extra eine neue Bratsche an und begann sogleich, sich auf dem etwas größeren Instrument einzuüben. Vorverkauf verursacht Zusammenbruch des TelefonnetzesWie alle Jahre wieder brach auch diesmal am ersten Samstag im November um Punkt neun der Ansturm der Stunk-Fans auf die Vorverkaufsstellen herein. Berits nach wenigen Minuten war der größte Teil der Karten vergriffen. Erstmals waren auch die Möglichkeiten bei KölnTicket per Telefon Karten zu kaufen im großen Umfang genutzt worden. Die eigentlich sehr leistungsfähige telefonzentrale brach völlig zusammen, es ging nichts mehr. Kurzfristig wurden dann zwei spezielle Telefonnummern nur für Kartenwünsche zur Stunksitzung eingerichtet, und so war das Telefonnetz wieder halbwegs funktionsfähig. Für die Sitzungen während der Weihnachtsferien gibt es denn auch noch ein Restkontingent an Karten, diese sind über KölnTicket-VVK-Stellen und per Telefon erhältlich. Stunk UnpluggedWährend schon die Vorbereitungen zur Session 2006 im vollen Gange waren, gab ein kleines Grüppchen aktiver und ehemaliger Stunker im Ostheimer Heinrich-Heine-Gymnasium eine letzte Vorstellung der diesjährigen „Stunk Unplugged“-Reihe. Alles dabei erinnert eher an einen Kammerspielabend. Kulissen werden auf das Notwendigste reduziert, ansonsten gibt man der Phantasie der Zuschauer freien Lauf. Statt des bombastischen Big-Band-Sounds von Köbes Underground sorgen Purple Schulz und Josef Piek für eine zurückhaltende musikalische Untermalung. Natürlich begeistern die beiden kölschen Musiker auch durch ihre Soloauftritte. Rainer Rübhausen moderiert zwischen den Einzelnummern, die bis in die achtziger zurückreichen. Es ist schon erstaunlich, wie aktuell manche Texte immer noch sind, und andere scheinen eh völlig zeitlos. |
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