Stories Session 2002
Nachwuchs-Riege
Die
diesjährige Session ist geschafft, eine ganze Reihe der Stunksitzungs-Akteure
sind es auch, waren doch 40 Sitzungen in gerade mal sechseinhalb Wochen zu
bewältigen. Sind die Stunker auch alle topfit, so stehen doch meisten nun
mittlerweile seit 1984 Jahr für Jahr auf der Bühne, auch wenn einige schon
mal gelegentlich eine "Babypause" eingelegt haben. So muss man sich denn auch
um den Stunkernachwuchs nicht sorgen, sogar schon in dritter Generation. Schließlich
wirbelt eine leibhaft
ige
Großmama Abend für Abend über die E-Werk-Bühne. Unter dem Nachwuchs eher zu
den stilleren Beobachterinnen zählt momentan sicher noch Günters Tochter Linda,
stammt doch nicht nur der Vater aus Ostwestfalen, sondern die Mutter auch
noch aus dem Münsterland. Der Stunksitzungsbazillus hat sie dennoch schon
total infiziert. Auch Tanjas und Bernds Tochter Greta zeigt noch einen etwas
zurückhaltenderen Enthusiasmus, doch bei den Eltern muss sie ja schon fast
zwangsläufig ein weiblicher Köbes werden, fragt sich nur eben Saxoph
on
und Querflöte oder aber Gesang. Bei Luis, dem Sohn von Martina K. und Ecki,
ist dies letztendlich nicht ganz so eindeutig, geht er wie die Mama auf die
Bühne oder wird er ein Untergrundköbes wie der Papa, jeck genug ist er jetzt
schon allemal. Auch bei Johanna, der Tochter von Martina B. und Joschi ist
der Stunker-Weg nicht so eindeutig vorgezeichnet. Folgt sie nun dem Papa in
den Regiebereich, oder aber werden wir sie in den nächsten Jahren ebenso aktiv
auf der Bühne erleben wie die Mutti. Paris, der Sohn von
Chryssoula
und Christian, kann mittlerweile gar schon Bühnenerfahrung vorweisen, trat
er doch in der letzten Sitzung des Jahres am Karnevalsdienstag beim "Türkischen
Circus" als Minikamel auf. Er hätte allerdings auch durchaus die Rolle eines
Souffleurs übernehmen können, gingen ihm die meisten Textpassagen doch schon
mühelos von den Lippen. Nicht von ungefähr ging er an der Hand der Mutter
bereits
einige
Male mit der Crew zur Schlussverbeugung auf die Bühne und wurde von Biggi
als jüngstes Crewmitglied vorgestellt.
Ganz so jung sind die Kinder von S
abine
zwar nicht mehr, dafür aber umso aktiver. Sohn Leon packt hinter der Bühne
mit an, wenn Not am Mann ist, und Tochter Lu verstärkt zusammen mit Mannis
Tochter Anna schon mal die Security-Riege. Doris´ Sohn Marcel ist mittlerweile
nicht nur verantwortlicher Requisiteur, sondern betreut zusammen mit Katja
auch den Online-Shop der Stunksitzung.
Karnevalsdienstagsitzung und Nubbelverbrennung
Besucher
der jeweiligen letzten Stunksitzung am Karnevalsdienstag wissen mittlerweile,
dass dieser Abend nicht nur besonders lang, sondern auch höchst amüsant und
voller Überraschungen ist. Seit jeher leisten sich Techniker, E-Werker und
auch einige Kollegen immer wieder kleine Scherze, die manchen Stunker durchaus
schon mal in die Bredouille bringen könnten. In der "Tetzlaff-Nummer" hatten
Marcel und Andreas die Kulisse nicht nur so präpariert, dass Didi ein Dekorationsteil
entgegenfiel, anschließend hatte er sogar noch die Hände voller Klebstoff.
Die zwei amüsierten sich vor der Bühne königlich über ihren Gag. Ebenso viel
Spaß hatte auch der kleine Paris, als er beim "Türkischen Zirkus" als Minikamel
von Günter an der Leine über die Bühne geführt wurde. Große Begeisterung unter
den Zuschauern entfachte Frau Fischer aus dem "Beauty-Sanitär"-Bereich. Als
"Mutter Bauer" Doro für ihren Sprössling Winni
"Ich
bin der Bauer" eine junge, kräftige Frau, bei der das Alter keine Rolle spiele,
suchte, fand sich mit Frau Fischer auch erstmals eine "ernsthafte" Kandidatin.
Ganz gentlemanlike geleitete Winni anschließend seine neue Braut zu ihrem
Arbeitsbereich ins Souterrain des E-Werks zurück. Bei der Präsentation der
Fusion des Kölner Karnevals mit Rio de Janeiro musste Tom nicht nur das mittlerweile
anschließend an die "Nokia-Night of the Prolls" obligatorisch außer Rand und
Band geratene Publikum und dessen minutenlangen "Hey Baby"-Gesänge wieder
in geordnete Bahnen lenken, sondern danach drohte auch noch die Bühne überzuquellen,
als sich den einmarschierenden "Fidelen Brasilliänscher" noch eine Sambatruppe
aus dem Publikum anschloss, und die vier "Sambaschlampen" sowohl von der kompletten
Damen-Riege der Backstagecrew als auch noch von einigen Kellnern des E-Werks
verstärkt wurden. Dass dem überraschten Günter von eben diesen
Kellnern
während des "Generationenvertrags" mal einfach das Weinglas vom Tisch genommen
wurde, gehörte zu den Scherzen, auf die man als Stunker bei der letzten Sitzung
einfach gefasst zu sein hat. Aber solche Überraschungen sind ja nun nicht
alles, was eine Stunksitzung am Karnevalsdienstag noch zusätzlich zu bieten
hat. Schon weit nach Mitternacht betrat "Alterspräsident" Jürgen Becker im
von ihm während seiner aktiven Zeit häufig getragenen Priesterornat die Bühne,
um die Nubbelverbrennung einzuleiten. Unter lautem Wehklagen der als Hinterbliebenen
angetretenen Stunker und herzerweichender Trauermusik von Köbes hielt Jürgen
eine aus Textzeilen verschiedenster Karnevalslieder zusammengesetzte Rede.
Anschließend setzte sich ein ständig länger werdender Trauerzug zum E-Werksvorplatz
in Bewegung. Ausgestattet mit zum Schutz gegen das tropfende Wachs mit Bierdeckeln
versehenen Kerzen trotzte die Trauergemeinde dem Regen, während der mittlerweile
völlig durchnässte Nubbel erst nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich
verbrannt werden konnte. Ganz Hartgesottene fanden sich dann noch zu einigen
letzten Gläschen im Foyer des E-Werks ein.
Köbes-Marathon
Anschließend
an die Stunksitzung gab es am Karnevalssonntag das mittlerweile schon traditionelle
"Köbes Underground"-Konzert. Die E-Werker hatten in Rekordtempo den Innenraum
nicht nur von Tischen und Bänken, sondern den Boden auch vom dicksten Schmutz
befreit. Zu den Stunksitzungsbesuchern hatten sich noch viele Köbesfans gesellt,
die schon lange am Eingang ausgeharrt hat
ten.
Gemeinsam drängten die Massen nun bis dicht an die Bühne. Denen es dann doch
zu eng wurde, schauten sich das Treiben da unten und das Konzert auf der Bühne
von der Galerie aus an. In dieser Session sind ja mit Bernd, Friso, Ralf und
Thomas vier Gastmusiker während der Sitzungen bei Köbes aktiv, doch für dieses
Konzert trat wieder die Stammmannschaft mit Tanja, Ecki, Niklas und Carlos
an, die in diesem Jahr eine Stunk-Pause eingelegt hatten - manche auch nur
teilweise. Verstärkt durch Bruno ("Tu mir im Mai weh") und Ozan ("Bütz, bütz"
und "Mariesche") präsentierte Köbes nahezu sein komplettes Programm.
Schon
weit nach Mitternacht animierte die Band mit ihrem Körperertüchtigungssong
"Conny Kramer" das Publikum zum Mitmachen und wurde dabei auf der Bühne von
einem Großteil des Stunksitzungsensembles unterstützt. Obwohl Köbes Underground
nun bereits sechseinhalb Stunden auf der Bühne standen, hatten die Fans immer
noch kein Einsehen. So stimmte denn Hans "Hocki" Holzbecher als Zugabe seinen
Michael Jackson "Kölsch Song" an, mit Ozans gefeierten Jacko-Tanzeinlagen
als zusätzlichem Schmankerl.
StunkSecco 2002
Zu
den festen Ritualen der Stunksitzung gehört, dass "Köbes Underground" hinter
der Bühne direkt am Aufgang zu den Musikerplätzen immer ein Fässchen Kölsch
stehen hat. So huschen denn auch einz
elne
Köbesse selbst in kürzesten Musikpausen immer mal wieder rasch hinter den
Vorhang, um verbrauchte Energien zu erneuern. Nomen est omen, dennoch führen
sich die Musiker nicht nur Kölsch zu Gemüte, nein zu Beginn eines jeden Auftritts
wird erst einmal stilvoll mit Sekt angestoßen. Dabei gibt sich die Band jedoch
keineswegs mit irgend einem "Jedermann-Getränk" zufrieden, ein ganz spezieller
Jahrgangs-Riesling-Shampus namens "StunkSecco" vom Trehörn Oko-Weinhandel
muss es schon sein. Auch das übrige Stunksitzungsensemble zumeist schon im
Grünenoutfit für die erste Nummer ist dem edlen Tropfen durchaus nicht abgeneigt.
Bei Auftritten außerhalb der Stunksitzung lassen sich "Köbes Underground"
Sekt seitens des Veranstalters übrigens vertraglich zusichern. Schließlich
ist gerade in Künstlerkreisen der Aberglaube stark verbreitet, und feste Rituale
sind einfach ein Bestandteil des enormen Erfolges dieser Kölschen Kultband.
Stunk schlägt Prunk
In
seiner Ausgabe vom 1. Februar 2002 veröffentlichte der "Kölner Stadt-Anzeiger"
das Ergebnis einer Fragebogen-Aktion des Frankfurter Media-Markt-Analyse Instituts
unter 1107 KStA-Lesern. 91 Prozent gaben an, Karnevalssendungen im Fernsehen
zu mögen, lediglich 9 Prozent meinten, sich nichts Karnevalistisches im TV
ansehen zu wollen. Weit vornweg in der Beliebtheitsskala liegen mit 74 Prozent
die Fernsehübertragungen der Kölner Sitzungen, gefolgt von den Übertragungen
der Rosenmontagszüge. Das war sicherlich alles noch zu erwarten. Doch schon
auf dem dritten Rang der Skala folgt mit 40 Prozent - die STUNKSITZUNG. Die
prunkvolle Prinzenproklamation, für die ja nun alles aufgeboten wird, was
Rang und Namen hat, erreicht nur 39 Prozent und damit den vierten Platz. Knapp
dahinter liegen die Karneval-Specials (37 Prozent), vor der "Rosa Sitzung"
(18 Prozent) und "Mainz bleibt Mainz" (13 Prozent). Dass der Alternative Karneval
einmal eine größere TV-Beliebtheit erlangen würde als die bürgerlichen Karnevalssendungen,
hätte man vor kurzem wohl tatsächlich noch kaum erwartet: Andererseits deutete
der in den letzten Jahren enorm gestiegene Run auf die Karten solch eine Entwicklung
schon an. Um dieser großen Kartennachfrage noch einigermaßen gerecht zu werden,
bieten die Stunker selbst in dieser äußerst kurzen Session immer noch 40 Veranstaltungen,
in der dann rund 42.000 Fans die Stunksitzung live miterleben können. Denn
bei aller technischen Perfektion, die das Fernsehen heute aufbieten kann,
die Stimmung und Atmosphäre, die im E-Werk bei jeder Sitzung herrschen, kann
keine Fernsehübertragung vermitteln.
Uli - Security und Moderator
Nach
für manche Stunksitzungsfans ja schon stundenlangem Warten vor dem E-Werk
wird das Erscheinen eines kräftigen, mit einem roten Securitysweatshirt gewandeten,
jungen Mannes namens Uli, dessen - bei gutem Wetter - kahler Schädel bis weit
in die hinteren Reihen der Wartenden sehen ist - bei schlechter oder kühler
Witterung ist der Kopf mit einem Mützchen bedeckt - von den Massen freudig
begrüßt. Denn nun ist man kurz vor dem langerwarteten "Einlass eine Stunde
vor Beginn der Veranstaltung". Nach dem Öffnen der Türen breitet Uli freundlich
lächelnd,
aber bestimmt immer wieder seine kräftigen Arme aus, um den Ansturm der ins
E-Werk-Foyer Drängelnden in geordnete Bahnen zu lenken. Etwa eine halbe Stunde
später steht jemand im Scheinwerferlicht auf der Bühne, der den Stunksitzungsbesuchern
mit geschulter Stimme und freundlicher Art das Procedere und einige Verhaltensmaßregeln
verkündet, "während der Sitzung herrscht absolutes Rauchverbot", "Handies
bitte ausmachen", und den noch Stehenden Sitzplätze zu vermitteln versucht
"5 Erwachsene passen auf eine Bank". Manchem ist da schon der Gedanke gekommen,
dieser dort auf der Bühne könne glattweg ein Bruder von dem sein, der gerade
noch am Eingang für Ordnung gesorgt habe. Mitnichten, es ist Uli selbst. Denn
gleich nachdem das Gedränge am Eingang nachgelassen hat, entledigt sich Uli
seines Securitysweatshirts und wirft sich ins Bühnenoutfit. Über das schwarze
T-Shirt schnell das dunkle Jackett und schon wird aus dem Security ein Moderator.
Missionswerk Rheinischer Frohsinn
Am
Donnerstag, den 31. Januar, konnten die alten Stunksitzungshasen wieder in
Erinnerungen schwelgen und die jungen ganz neue Erkenntnisse sammeln. Sendete
das WDR-Fernsehen doch einige Folgen der mittlerweile schon legendären Reisen
und Abenteuer von Jürgen Becker und Didi Jünemann im Auftrag ihres Missionswerks
Rheinisc
her
Frohsinn. Viele werden sich noch mit Freude an die Stunksitzungsabende erinnern,
als im E-Werk die Leinwand heruntergelassen wurde und das Licht ausging und
wieder ein filmisches Zeugnis belegte, mit welchem missionarischem Eifer Jürgen
und Didi, immer wieder unterstützt von einzelnen anderen Ensemblemitgliedern
der Stunksitzung, weltweit versuchten, den Rheinischen Frohsinn zu verbreiten.
Nicht nur in Bergheim und Düsseldorf, auch bei der Bundeswehr, selbst in Berlin,
Rom und Moskau und sogar in Las Vegas und auf dem Mond hat ihre Missionsarbeit
bleibende Spuren hinterlassen. Mit neuer Moderation der beiden Altstunker
in einer Doppelrolle von einer Mädchensitzung zeigte der WDR die Folgen Las
Vegas, Bundeswehr, Mond, Düsseldorf, Berlin und Rom.
Kostümflohmarkt
Am
spielfreien Montag, den 28. Januar, veranstaltete der Freie Karneval Köln
(FKK), eine Gruppe des Stunksitzungsensemble, nachmittags ihren mittlerweile
schon traditionellen Kostümflohmarkt in der kleines Halle des E-Werks. Aber
es gab natürlich nicht nur Angebote aus dem Stunksitzungsfundus, sondern professionelle
Händler mit einem Riesenangebot an Kleidern, Kostümen, Hüten, Mützen, Accessoires
aller Art sowie Theater- und Karnevalsschminke waren ebenso vertreten wie
viele private Karnevalsjecken, bei denen sich im Laufe der Jahre ein Berg
an nicht mehr benötigten Kostümen angesammelt hatte, und die hier beste Möglichkeiten
sahen, ihre guten Stücke an den Mann und an die Frau zu bringen. Natürlich
gab es auch den offiziellen Stunksitzungsstand mit den auch auf dieser Website
im Shop angebotenen Fanartikeln. Tütenweise wurden die erstandenen Schätzchen
zu den rund ums E-Werk geparkten Autos getragen, und manches davon wird man
während der tollen Tage auf den Straßen, in den Sälen und Kneipen sicher wiederentdecken
können. Sollten die Sachen die Karnevalszeit gut überstehen, könnten sie ja
vielleicht beim FKK-Kostümflohmarkt im nächsten Jahr wieder einen neuen Besitzer
finden.
Die Anstrengung fordert ihren Tribut
Selbst
an den Stunkern geht diese höchstanstrengende Session nicht ganz so vorbei,
ohne nicht doch ein paar Blessuren zu hinterlassen. Auch in den früheren Jahren
kam es durchaus mal vor, dass der eine oder andere von einer leichten Erkältung
geplagt wurde oder ein kleines Wehwehchen mit sich herumschleppte, doch die
Kürze dieser Session hat es besonders in sich. Um die mindestens 40 Sitzungen
unterbringen zu können - bei weniger hätte es im Vorverkauf ja noch mehr Chaos
und Ärger gegeben - hatte die Stunksitzung nicht nur schon am Tag nach Weihnachten
Premiere, sondern auch an dem sonst üblicherweise spielfreien Dienstag finden
in diesem Jahr Sitzungen statt. Eine echte Regenerationsphase gibt es also
gar nicht mehr. Am härtesten hat es wohl Didi erwischt, den eine Schleimbeutelentzündung
böse piesackt, vom Publikum hat es aber niemand gemerkt. Sowohl als Hans-Willi
Elljupp als auch als Roter Sambafunke tanzt und wirbelt Didi über die Bühne,
als gäbe es die Knieprobleme überhaupt nicht. Anne und Biggi - gerade die
beiden Damen mit den meisten Gesangsnummern - kämpfen mit der permanenten
Gefahr der Heiserkeit. Biggi: "Dabei ist nicht einmal das Belcanto in der
Montserrat Caballé-Nummer das Anstrengendste, sondern dieses ständige Reden
in völlig normaler Tonlage, am Ende der Sitzung habe ich keine Stimme mehr."
Da kann nur inständig gehofft werden, dass der Montag wirklich zur Erholung
ausreicht.
Stunksitzungsgast Ingolf Lück
Der
Moderarator der SAT 1-Wochenschau Ingolf Lück - im grünen Paillettenfrack
Gast der Stunksitzung - ließ in der Pause seiner Begeisterung freien lauf.
Er sei jetzt zum zweiten Mal in der Stunksitzung, das erste Mal sei vor 15
Jahren an der Studiobühne der Uni gewesen, noch zu den Anfängen. Hier und
heute habe er ein absolut professionelles Topprogramm gesehen, auch regiemäßig
und dramaturgisch. Allein jetzt die Nummer mit der kölschen Persiflage auf
Billy Elliott - I will dance, dass man mit solch einer ruhigen Nummer abschließe,
damit die Leute in der Pause was zu reden haben, das sei alles sehr, sehr
gut gemacht. Er habe bisher noch keine Gelegenheit gehabt, auf die Toilette
zu gehen, und das spreche ganz und gar für das Programm. Gerade auch, dass
die Nummern so unterschiedlich seien, dass es nicht nur Nummern zum Jubeln
und Abgrölen gebe, sondern dass man auch den Mut habe, eben diese ruhigen
Nummern zu machen, das finde er alles sehr gut. Alfred Tetzlaff habe ihm besonders
gefallen, und auch das Hänneschen-Theater sei absolut großartig. Nachdem was
er gehört habe, freue er sich jetzt natürlich noch besonders auf die Roten
Sambafunken.
Didi
in Gefahr
Nachdem
Didi nun schon während der rund zwanzig bisherigen Sitzungen die Buhrufe,
die Pfiffe und das Gejohle nicht nur genossen zu haben schien, wenn er mit
seinen Beschimpfungen gegen die Selbstherrlichkeit der Kölner zu Felde zog,
sondern man eher den Eindruck gewann, die Publikumsreaktionen würden ihn förmlich
anstacheln und zur Höchstform auflaufen lassen, sah er sich nun in der Stunksitzung
offensichtlich genau solchen Leute gegenüber, deren Toleranz Didi in seiner
Rede mit der eines Kampfhundes auf dem Kinderspielplatz gleichsetzt. Die Buhrufe
mutierten zu miesesten verbalen und persönlichen Beschimpfungen, und wurden
bisher gelegentlich schon mal Papierkügelchen geworfen, die Didi genau so
einschätzte, wie sie wohl auch gemeint waren, eine andere Artikulation der
Begeisterung, so waren es jetzt härtere Gegenstände und sogar glühende Zigaretten.
Trotz des mulmigen Gefühls, dass den "Stunker" der ersten Stunde jetzt schon
durchaus mal beschleicht, wird er natürlich genauso weitermachen, weiß er
doch, dass das Security-Team gerade bei seiner Nummer nun ein besonders wachsames
Auge auf die Publikumsreihen werfen wird, um Auswüchse dieser Art schon im
Keime zu ersticken und notfalls auch eine härtere Gangart gegen solche "Gäste"
einlegen zu können.
Bergfest
Am
Samstag, 19.Januar, war Bergfest bei der Stunksitzung, man könnte auch sagen
Halbzeit. Mit einem kleinen Umtrunk feierte das Ensemble mit der ge
samten
Crew nach der Sitzung in der kleinen Halle nebenan. Bernd, der 1.Vorsitzende
der "Kölschen Brasilliänscher" und Vorsänger der "Roten Samba-Funken" ließ
es sich natürlich nicht nehmen, sein aus Rio mitgebrachtes neue Vereins-Getränk
Kölsch-Pirinha zu kredenzen, Kölsch mit Limetten und Rohrzucker. Das Gesöff
schäumte zwar etwas stark, doch unter den Probierenden war niemand, der das
Gesicht besonders stark verzogen hat, es schien zu schmecken.
Kommen
die kölschesten Kölschen gar nicht aus Köln?
Der
12. Januar war wieder so ein Tag, an dem übers ganze Land verteilte Stunksitzungsfans
Busweise nach Köln ins E-Werk kamen. Fast einhundert waren aus dem Münsterland
angereist, aus Annes Heimatort Ankum kamen rund fünfzig Fans, und um Bruno,
dem Sohn ihrer Stadt, zuzujubeln, waren sogar knapp dreihundert Klever gekommen.
Aber von wegen trockene Westfalen, Norddeutsche oder Niederrheiner, noch nie
zuvor in dieser Session war die Stimmung so ausgelassen und überschäumend.
Schon beim Intro "1980 f" stand man reihenweise auf den Bänken. Besonders
die Songs wurden immer wieder enthusiastisch gefeiert, und als nach dem von
Bernd so phantastisch vorgetragenem "Kölle (... ich komm aus Dir)" die Zugaberufe
gar nicht enden wollten, musste sich der Beobachter unwillkürlich fragen,
kommen die kölschesten Kölschen gar nicht aus Köln?
Eiszeit
Als
am Dreikönigstag ganz NRW und Köln im Besonderen sich plötzlich mit der Eiszeit
konfrontiert sahen, wurden auch die Stunker zunehmend nervöser. Nicht nur,
dass nicht alle - egal ob auf oder hinter der Bühne - Agierenden zum sonst
üblichen Zeitpunkt im E-Werk erschienen, sondern Ozan war auch noch auf dem
Weg zur Sitzung gestürzt und hatte sich an der Hand verletzt. Der Arzt konnte
zwar Entwarnung geben, es war kein Bruch, doch auch die Verstauchung war recht
schmerzhaft. Mit zusammengebissenen Zähnen absolvierte Ozan sein komplettes
Programm, niemand im Publikum bemerkte etwas von dem Handicap. Allerdings
schienen auch die Zuschauer es nicht alle problemlos und rechtzeitig zum E-Werk
geschafft zu haben, denn noch nie zuvor hatte Ulli bei der üblichen Platzverteilungszeremonie,
knapp fünf Minuten bevor "Köbes" mit dem von allen langerwarteten "1980 f"
endlich loslegt, sagen können, man möge ruhig weiter eine ganze Bank mit Mänteln
belegen, da keine Sitzplätze mehr nachgefragt würden.
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Karten - Biete Karten
Viele
Stunksitzungsfans werden sich schon über einen jungen Mann gewundert haben,
der nicht erst seit diesem Jahr Abend für Abend die Reihe der auf Einlass
Wartenden abklappert und Karten sucht. Einige Zeit später steht derselbe aber
mit einem Pappschildchen am Zugang zum E-Werk und bietet nun Karten an. Gegen
einen akzeptablen kleinen Aufpreis verkauft er dort die zuvor erstandenen
Eintrittskarten und hat somit schon manchem Besucher, der sich einfach auf
gut Glück ohne Karten auf den Weg nach Mülheim begeben hatte, aus der Bredouille
geholfen.
Frühe
Gäste
Am
Premierenabend berichtete die WDR-Lokalzeit, dass schon knapp nach 16:00 die
ersten Stunksitzungsfans am E-Werk angestanden hätten, um sich für die vier
Stunden später beginnende Sitzung die besten Plätze sichern zu können. Dem
scheinen nach vorne aber nun keine Grenzen mehr gesetzt zu sein, denn zwei
Tage später standen Britta und Andreas aus Dellbrück schon vor kurz vor 14:00
auf der Treppe vor dem Haupteingang. Die zwei blieben allerdings nicht lange
alleine, denn schnellstens gesellte sich ein "alter" Stunksitzungsfan aus
Lindlar dazu, der meinte, seit Jahren besuche er die Sitzungen und sitze immer
in der ersten Reihe, das solle auch so bleiben. Für mindestens zehn Leute
wolle er gute Plätze erobern. Knapp eine halbe Stunde später hatten sich schon
so viele angefunden, dass das Glasvordach des E-Werks gerade noch ausreichte,
um ihnen etwas Schutz vor dem leichten Schneeregen zu bieten. All die, die
danach kamen, mussten jetzt nun "ungeschützt" die Wetterwidrigkeiten über
sich ergehen lassen, denn Einlass ist bekanntlich erst "eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn".
Premierengast
Angela Maas
Premierengast
Angela Maas, WDR-Moderatorin der Lokalzeit, zwar ein Immi, aber schon 11 Jahre
in Köln und immerhin aus Aachen stammend, zeigte sich hellauf begeistert von
der Stunksitzung 2002. Besonders klasse finde sie diese Mischung aus witzigen
und lustigen Sachen sowie solche mit politischem Hintergrund. Gerade auch
die Pantomimen, wie in dem Stück, als die beiden Jecken frühmorgens sich schon
ihren Platz am Zugweg sichern wollten, würden ihr sehr gefallen. Die Stunker
würden es immer wieder schaffen, Geschichten auf die Bühne zu bringen, über
die man einerseits kräftig lachen könnte, die aber andererseits auch ans Herz
gingen.
Ehrenpräsident Olaf Kuhn
Seit
der ersten Stunksitzung ist Ehrenpräsident Olaf Kuhn mit dabei und allen regelmäßigen
Stunksitzungsbesuchern bestens bekannt. Am Schluss einer jeden Sitzung verabschiedet
er zusammen mit der Präsidentin hoch oben auf dem Podium des Elferrats das
Publikum, danach geht es noch auf die Bühne zur großen Schlussverbeugung,
bevor sich Olaf dann durch die zu den "Köbes"-Klängen tanzenden Massen ins
Foyer des E-Werks kämpft, wo er mit Katja und Felda Artikel aus dem Stunksitzungsfanshop
sowie noch einiges andere an Büchern und CDs aus dem Bereich des Alternativen
Karnevals verkauft.