Ensemble Historie

Stunksitzung:

Am Anfang war der "Kölner Spielecircus". Die Idee dazu war während eines Streiks der Studenten der FH für Sozialpädagogik im Sommer 1982 entstanden. Schon im darauffolgenden Jahr gab es eine zwar sehr lustige, dem Vernehmen nach von der Artistik her aber eher weniger anspruchsvolle Tournee durch das Kölner Umland. An einem verregneten Nachmittag wurde den Akteuren so richtig bewusst, dass der Circus ja eigentlich doch nur eine Schönwetteraktion sei, und zwangsläufig kam die Frage auf, was man denn dann im Winter machen könne.
Jürgen Becker hatte dabei - sicherlich noch gar nicht so zielgerichtet - den mittlerweile berühmten Stern mit der Narrenkappe skizziert, und dann ist man auf die Idee mit der etwas anderen Art des Karnevals gekommen. Am 26. Februar 1984, Studiobühne in der Alten Mensa der Universität Köln, war es dann soweit: die erste Stunksitzung. Schon diese Vorstellung war bei einem Eintrittspreis von 7,- DM restlos ausverkauft.
Dennoch hat damals wohl niemand geahnt, dass dieses nicht nur der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte sein würde, sondern für viele der "Stunker" auch das Sprungbrett in die völlig neue Welt des Showbusiness. Nach sechs außerordentlich erfolgreichen Jahren an der Studiobühne stand für die Session 1991 der Umzug in das wesentlich größere E-Werk in Köln-Mülheim an, da auf der einen Seite die enorm gestiegene Kartennachfrage nicht mehr erfüllt werden konnte, und es auf der anderen Seite immer wieder zu Schwierigkeiten mit dem rechten Asta gekommen war.
Die Entscheidung für den Umzug auf die "schäl Sick" war allerdings nicht ohne Widerspruch getroffen worden, doch im Nachhinein müssen auch die Kritiker eingestehen, es war bestimmt nicht das Schlechteste. Auseinandersetzungen um den Inhalt und die Darbietungsform der Stunksitzung hatte es schon in den Vorjahren gegeben, und diese hatten auch dazu geführt, dass es ab 1990 für kurze Zeit mit der "Prunksitzunk" in Köln eine zweite Veranstaltung des Alternativen Karnevals gab. Lange Bestand hatte sie allerdings nicht, wohingegen die Anzahl der Stunksitzungen Jahr für Jahr zunahm. Drei Sitzungen waren es 1984, in der laufenden Session sind es 43 Aufführungen, knapp 45.000 alternative Jecken strömen wieder ins E-Werk, und natürlich war die Nachfrage wieder erheblich größer als das Kartenangebot. In all den Jahren hat es noch keine Stunksitzung gegeben, die nicht ausverkauft war.

Köbes Underground:

Stunksitzung ohne "Köbes Underground" wäre wie Fußball ohne Ball. Die heute so professionell wirkenden Musiker der Stunksitzung haben genau so amateurhaft begonnen wie die restlichen Akteure. Nach nur wenigen Stunden Proben hatten sich für die erste Aufführung der Stunksitzung unter dem Namen "The Dead Lambsdorffs" ein paar Hobbymusiker zusammengefunden, um dem Ganzen einen musikalischen Rahmen zu geben, ohne richtiges Konzept, einfach darauf wartend, was denn nun auf sie zukäme.
So wurden auch sie vom Erfolg überrascht. Allerdings dauerte es noch etwas, bis aus "The Dead Lambsdorffs" über "Schwester Christa und die Brinkmänner" und "Elmar goes to Lüdenscheid" schließlich "Köbes Underground" wurde. Dieser Name - dem ersten Anschein nach ein Widerspruch in sich - ist eher ein Synonym für das, was die Band bietet, indem Köbes für den gemütlichen karnevalistischen Schunkelbereich steht und mit Underground immer wieder der revoluzzerische alternativ anarchische Teil ausgelebt wird.
Mit Drums und Percussion, Bass, zwei Gitarren, zwei Keyboards und vier Bläsern ist die Band äußerst üppig besetzt. Die Musiker sind voll integrierter Bestandteil des Bühnenprogramms und agieren nicht - wie es sonst im Kölner Karneval so üblich ist - als Rahmen und Stichwortgeber. Nicht von ungefähr ist mit Winfried Rau ein Musiker der ersten Stunde Sprecher der Stunksitzung.
Doch sind "Köbes Underground" nicht mehr nur in der Karnevalszeit aktiv, sondern beleben mit ihrer erfrischenden Musik die Kölner Szene mittlerweile während des ganzen Jahres.

www.stunksitzung.de:

Dass die Internetseite zur Stunksitzung schon nach kürzester Zeit beinahe genau so erfolgreich sein würde, wie die Stunksitzung selbst, damit hatte man wirklich nicht rechnen können.
Am 1.1.2001 eher als Seite von Fans für Fans ins Netz gegangen - denn seinerzeit sah es so aus, als hätten die Stunker am Internet gar kein Interesse - wurde www.stunksitzung.de schnell eine der populärsten Websites zum Karneval. Nach der Session kamen die Leute hinter der Seite und die Stunker erstmals richtig zusammen und schienen, Sympathie aneinander zu finden. www.stunksitzung.de wurde offizielle Homepage und zum Sprachrohr der Stunker. Sicherlich steht das eine oder andere Ensemblemitglied dem neuen Medium Internet immer noch etwas reservierter gegenüber, dennoch ist allen in der "Tuschfactory" - so heißt der Träger der Stunksitzung - bewusst, dass es ohne Internet mit eigener Homepage nicht mehr geht. Diese Website wird sukzessive immer weiter ausgebaut und auch ständigen Veränderungen unterworfen sein. Internet ist gleichbedeutend mit Dynamik und Weiterentwicklung, und diesen Prozessen wird sich auch www.stunksitzung.de nicht entziehen können und wollen.
Der Erfolg gibt uns recht. Im letzten Jahr gab es rund 1,5 Millionen Seitenabrufe. Selbst in den Sommermonaten sind regelmäßig mehrere Hunderte PageViews pro Tag zu verzeichnen. Dann scheint man auch die Ruhe und Muße zu haben, sich einmal die Website in ihrer ganzen Vielfalt anzuschauen. In der Session selbst ist das Augenmerk offensichtlich eher auf neue Informationen und Kartenangebote fixiert.
So entwickelte sich die Kartentauschbörse denn auch zu einer äußerst erfolgreichen Institution, mit deren Hilfe in jeder Session jeweils weit mehr als 1000 Karten neue Besitzer finden.

Stunksitzung
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